travwilliamsmoonchildbetterlatethannever

Trav Williams gehört zum Roster von KevinNottinghams HiPNOTT Records Weblabel und sein dortiges Release steht für den November an. Um einen ersten Eindruck von seinem Können zubekommen hat sich Trav Williams mit dem Produzenten Moonchild zusammen getan. In der traditionellen: ein MC, ein Producer Kombination machen die beiden entsprechend traditionelle Musik, Travis präsentiert sich als “Real Emcee”, durchaus talentiert und rund flowend. Moonchild produziert mit reichlich Soul- und Jazzsamples Hip Hop Beats, die dazu wie die Faust aufs Auge passen, obwohl sie teilweise ziemlich überladen sind. Bei einer so klassischen und oft gehörten Kombination fragt man sich natürlich ob man das 2010 nochmal hören will oder ob man nicht lieber einfach zum 1000 mal “Moment of Truth” hört, diese Frage muss aber jeder für sich beantworten, als kleine EP zwischendurch, geht das aber durchaus klar.

Trav Williams & Moonchild – Relax

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fullcratefsgreengrandjacksonhomemade

Momentan bin ich, was meine universitären Verpflichtungen angeht ziemlich eingespannt, wundert euch nicht, wenn die Posts in den nächsten Wochen etwas magerer ausfallen werden. Aber zur Musik: Die Holländer Full Crate und FS Green sind für meine Leser keine Unbekannten mehr – und wer das Glück hatte Full Crate & Mar beim Beat BBQ letztes Jahr zu sehen, wird die Produktionen spätestens da schätzen gelernt haben. Als Homemade legen die beiden nun mit Grand Jackson zusammen die gleichnamige EP vor. Das was MC Winkel als “soulfulle Synthie-Beats mit seichten und bestimmt wunderbar tanzbaren Melodien” treffend beschreibt, wagt sich mit technoid-housigem vier-viertel Takt noch weiter in die Elektronik vor, als man es vermuten würde. Gesang kommt von Mar, Raps von GMB. Gefällt mir sehr gut das Ding, da freut man sich auf den “Hi-Hat Club Vol. 5“, der wohl von ihnen produziert wird.

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va10freshmanfor10

Newcomer, die Hip Hop retten sollen gibt es jedes Jahr einige, allein wenn man den Magazinen glaubt, guckt man auf die Selbstbeschreibungen der Künstler ist praktisch jeder der neue Szene Retter. So richtig gerettet hat aber Hip Hop noch keiner von denen – der Rettungsbedarf ist auch nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Das XXL Magazin aus den USA hat mit seinen “10 Freshman” zehn potentielle Retter zusammengetragen, die sich im letzten Jahr alle besonders hervor getan haben oder zumindest besonders stark gehyped wurden. Mit dabei sind die von mir (sehr) geschätzten Fashawn, J. Cole, Wiz Khalifa, Nipsey Hu$$le, Jay Rock und Acts deren Retterpotential mir absolut nicht einleuten, wie bei OJ da Juiceman. Auf dem zugehörigen Mixtape präsentieren alle 10 ein bisschen exklusives Material, alles relativ massenkompatibel und damit nicht so vielfältig wie es angesichts dieser Mischung sein könnte, der jeweilige Stil kommt aber dennoch zum Tragen.

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dannybrowndetroitstateofmind4

Detroit gehört zu den Städten deren Sound man auf die ersten Töne erkennt. Dreckiger, härter, hypnotischer als in den meisten anderen Städten ist er, mehr Baselines und Soul und Jazzsamples nicht auf Teufel komm raus, sondern gerne auch mal etwas synthetischer. Mit den Rappern verhält es sich ähnlich, viel harter Straßensound, ohne übermäßig aufgepumpte Gangsterimages wie in L.A. oder Teilen New Yorks. Mit diesem Detroit Klischee ist Danny Browns Mixtape “Detroit State of Mind 4″ schon ziemlich gut getroffen. Details verraten die Credits, Beats kommen von Waajeed, DJ Babu, Black Milk und einigen anderen und Features von den Detroit Veteranen T3 (Slum Village) und Guilty Simpson. Detroit ist ein Prädikat.

Danny Brown - “D-Boyz” feat. T-3 (prod. Waajeed)

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filmskoolrejektsmusicforthebitches

Ein weiteres kleines Indie Tape. Die Film Skool Rejekts sind Cyrus Tha Great, Future Joyner und DJ Prince aus Massachusetts. Das nach einigem Hin und Her veröffentlichte ”Music for the Bitches” ist das zweite Release von sieben geplanten in diesem Jahr, wem das gefällt, der wird also noch auf seine Kosten kommen. Soundtechnisch bewegt sich das Tape auf einem Jake One Niveau auf der Skala zwischen Underground und Mainstream, gut ausproduzierte, relativ glatte Beats, aber kein Trend Anbiederei sondern zeitloser Neoboombap, mit vielen Soulsamples – passend der Track auf Mayer Hawthornes “It Just Aint Gonna Work Out“. Gerappt wird auch, wie der Mixtape Titel andeutet fast ausschließlich Tracks über Frauen in Beziehungs, Bitch oder Sex-Form, alles ordentlich gerappt. Ebenfalls recht angenehm das Tape.

Film Skool Rejekts – What are you afraid of?

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steviecrooksdiamondsnguns

Ich habe mich die letzten Tage, nach dem großen Aufwasch, etwas vor dem Bloggen gedrückt, drum wird nachgereicht, was noch auf der Festplatte liegt. Stevie Crooks Mixtape “Diamonds & Guns” ist schon ein paar Wochen alt, aber unterhaltsam genug, noch den Weg in den Blog zu finden. Stevie Crooks kommt aus Kalifornien und ist 22 Jahre alt, “Diamonds & Guns” ist sein zweites Release und das ist schon alles, was ich über ihn weiß. Abgeliefert hat er ein relativ typisches Underground Tape, jazzige und Film-musikalische Beats, größtenteils produziert von dem mir unbekannten Zilla, ihm selbst und einigen anderen. Rappen tut er ordentlich, solide geflowt, nach dem ersten Eindruck mehr Storys als Battlerap. Insgesamt sehr solide das Tape.

Stevie Crooks – StopLookListen

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donnygoines20x

Donny Goines hat im Mai letzten Jahres ein ziemlich bemerkenswertes Mixtape abgeliefert, nach dem ein oder anderen Feature steht nun sein nächstes eigenes Release an. Auf sechs Tracks zeigt Goines, das er das Lob vom letzten mal durchaus verdient hat. Er hat eine erstaunliche Präsenz auf den Tracks und auch Flow und Technik können sich hören lassen. Statt wie das letzte Mal das Tape mit vielen Features interessant zu machen gibt es dieses mal, bis auf ein – leider ziemlich misslungenes – Feature in der Hook nur ihn selbst. Produktionen kommen von M-Phazes, 6th Sense, The Apple Juice Kid, DJ Static und anderen. Wieder sind einige Highlights dabei, leider auch einige Ausfälle, ordentliches Tape.

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suffdaddyrefills

Mein Lieblingskritikpunkt an der Deutschen Szene – musikalisch betrachtet – ist, das eigentlich nie die guten Produzenten und die guten Rapper zusammen kommen. Viele talentierte MCs verschwenden ihr Talent auf dem halbgaren Synthie-Gekloppe ihrer Kumpels, vielen Produzenten geht es ähnlich, oder sie haben schlicht keine Lust irgendeinen deutschen Rapper auf ihren Beats zu hören. Bei Suff Daddy besteht genau dieses Problem, weshalb ich von ihm praktisch nur Remixes kenne, da ist es nur konsequent ein komplettes (kostenloses) Remixtape zu veröffentlichen. Auf 13 Remixen und 2 originalen bekommt jeder seinen Beat auf den Leib geschneidert und trotzdem geht Suff Daddys Handschrift nie verloren. Slum Village, eine warme, von der Baseline getragene Boombap Nummer, Guilty Simpson ein Detroit Brett erster Güteordnung und Fleur Earth ein wunderbar, leicht beschwingten Soulbeat. Unverkennbar ist der Detroit Einfluss und so finden sich auch überproportional viele Rapper aus der Autostadt auf dem Tape, neben den genannten noch Phat Kat und Frank Nitt. Außerdem gibt es Remixes von Tha Alkaholiks, Notorious B.I.G., Erykah Badu u.a.. Die deutsche Fraktion wird durch Audio88 & Yassin und Morlokk Dilemma vertreten – es geht doch möchte man da meinen. Ich hoffe auf mehr nationale Kollaborationen für die Zukunft, wie wäre es z.B. mit einem Olli Banjo & Suff Daddy Album, das würde Deutschrap mal tatsächlich weiterbringen. Übrigends: großartiges Tape!

Guilty Simpsons – Before The Verdict Refill

Suff Daddy & Fleur Earth – Wasichloswerdenwollte

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vaclosedsessionsvol1ep

Das Bloggen hat bei mir auch immer etwas mit dem Wunsch zu tun, der Musik, den Künstlern, der ganze Kultur etwas zurück geben zu wollen, als Dank für alles was ich daraus ziehen kann. Das es nicht nur mir so geht, zeigt die erste “Closed Sessions” EP von Ruby Hornet, die quasi ein Kristallisationspunkt  dieser Idee ist. Und so hat sich der Blog mit DJ RTC und Soundscape Recordings zusammengetan, um dieses Mixtape zuveröffentlichen. Die Idee dahinter war, talentierte Künstler zusammen in ein gut ausgerüstetes Studio zu setzen, ihnen professionelle Unterstützung und freie Hand für neue Musik zu geben. Herausgekommen ist dabei eine Kollektion von Songs, die den aktuellen Zustand von Hip Hop ziemlich treffend charakterisieren. Die Zeiten der harten Straßenraps sind – geht es nach diesem Tape – genauso vorbei, wie die des Conscious Rap des Rawkus Ära. Die Gegenwart liegt zwischen Soulful-Boombap der 9th Wonder Schule und 808-Drums. Zuhören gibt es Tracks und Kollaborationen von Curren$y, Tanya Morgan, Emilio Rojas, Big Pooh, Kidz In The Hall, Chip Tha Ripper, Mikkey Halsted, Donnis, Amanda Diva, Skyzoo, Rhymefest, CurT@!n$, U-N-I, Bun B, GLC uvm., außerdem zu jedem Track ein eigenes Cover, Video zu den Aufnahmen und einen kurzen Kommentar zur Entstehungsgeschichte des Songs.

Skyzoo & Rhymefest – Crack The Code

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YODOTCOVER

Zugegeben, ein Mixtape mit der “The Godfather” Titelmelodie zu eröffnen ist in etwas so originell wie Gunshots im Beat, aber wenn danach der Art losgelegt wird, ist mir das völlig egal. Hip Hop kann auch fürchterlich unoriginell und trotzdem gut gemacht sein. Straßenstorys und auf die Fresse Battleraps hat man wahrlich schon einige gehört, aber wenn das auf eine so erfrischend, authentische Art gemacht wird, wie von Yo-Dot, höre ich mir das auch gerne noch einmal an. Insgesamt Rap der härteren Gangart, feingeistige Gesellschaftsreflektionen sucht man hier vergebens, ebenso wie das nie zuvor gehörte Drum-Pattern, aber manchmal ist ist Originalität und Feingeistigkeit halt reichlich egal.


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