varolbeattapevol1

Die Kollegen von RapOhneLizenz haben geschafft, was ich mir eigentlich noch im ersten Monat vorgenommen und bis heute nicht umgesetzt habe, ein eigenes Mixtape zusammen zustellen, ein Mixtape das tatsächlich Relevanz hat, ein Mixtape dessen Tracklist ich nicht viel besser hätte zusammenstellen können. Suff Daddy, Boom Baptist, DDay One, Elaquent, J. Bizness, Dibiase, Das Geraet (Cutcannibalz) und einige andere haben exklusive – kein Recycling-Beats zum ersten RapOhneLizenz Beattape beigesteuert. Lauter Produzenten, die  Hip Hop ernstnehmen und ins 21. Jahrhundert transportieren, dass es dabei nicht immer nur ganz traditionell mit Boom-Tschak zugehen kann, ist abzusehen. Zwar gibt es auch noch genug jazzige Samples, aber gerade das erste Viertel wird von zerhackstückten 8-Bit Synthies dominiert, später laufen gerne auch mal relaxte Synthies im Hintergrund. Nices Projekt und Lob an die Jungs von ROL!

DDay One – Give And Take

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midpointlylehorowitznightcreatures

Zwei Monate zu früh für Halloween veröffentlichten die beiden Produzenten Lyle Horowitz und MidPoint, die sich vorher jeweils schon mit den Konzept Mixtapes “Auteur” und “Edumacation” hervor getan haben, das programmatische Mixtape “Night Creatures“. Die konzeptuelle Dichte und politisch-gesellschaftliche Aussagekraft von “Edumacation” erreicht das Mixtape – nach dem ersten Eindruck – nicht, dafür ist es um einiges leichter konsumierbar. Die düstere Grundstimmung drückt sich vor allem in den stellenweise verzerrt, verglichten, halligen Instrumentals aus. Die modernen Elemente werden jedoch recht sparsam eingesetzt, es dominieren weiterhin sample-basierte Beats. Atmospherisch pendelt das Mixtape zwischen Edward Hoppers “Nighthawks” und David Lynchs “Lost Highway” ohne in noch düsterere Gefilde abzurutschen. Gerappt wird auch, aber nicht viel. Features kommen von Mandeep Sethi, PreZZure und Elucid. Erfreulich, dass die beiden es immer wieder probieren konzeptionelle in neue, weniger ausgetretene Bereiche vorzustoßen. So beeindruckend gelungen, wie bei den Vorgängern ist es dieses mal leider nicht.

MidPoint & Lyle Horowitz – Taxi

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poeticrepublictheblackestmanalive

Durch Zufall habe ich, in einen Preview Track der Poetic Republic reingehört, obwohl ich momentan ziemlich faul bin, was neues, mir unbekanntes Material betrifft. RMLondon war in der Vergangenheit – bei einem seiner zahlreichen Blogs – immer für ansprechende Tipps gut. Der roughe, aber smooth organische Klang der Gruppe konnte mich von den ersten Tönen in seinen Bann ziehen. Verantwortlich ist dafür ein Mischung aus Sample Beats und echten Instrumenten, eine Band die nicht nur einschlägige Hip Hop Kombos kopiert, sondern ihren eigenen Sound gefunden hat, mit ihren trockenen, reduzierten, jazzigen Instrumentals. Gerappt wird dazu passender Weise in einem throwback Native Tongue Flow über wack MCs und Hip Hop an sich statt über Bling Bling. Das Hip Hop Rad wird bei dem eher rückwärts gewandten Sound sicher nicht neu erfunden, aber eine so sympatische Adaption kommt einem auch nur selten zu Ohren.

Poetic Republic - Live & Direct

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ericarcelliotrenvoi

Eric Arc Elliots MixtapeNoir” war für mich im Januar eine der positiven Überraschungen des neuen Jahres und Kollege Pascal von Itsrap hat völlig recht, dass auch Eric Arc Elliots Zweitling es nicht verdient hat einfach unterzugehen. An dem was ich musikalisch zum letzten Tape gesagt habe, hat sich im großen und ganzen nicht viel geändert. Entspannte, zurückgenommene, leicht flächige, mit Synthies angereicherte, moderne Sample Beats, die nicht aus der 90er Retorte stammen oder sonst einem Trend hinterher laufen, bilden die Grundlage für Eric Arc Elliot straighte Raps. Keine Gimmicks, authentische Storys, Mind- statt Maybach Music. Den außergewöhnlichen Charme des ersten Mixtapes bietet “Renvoi” vielleicht nicht, aber mit seiner Mischung aus originellen, eigenständigen und gleichzeitig tief im Hip Hop verwurzelten Styles hat es einem Großteil der free Releases einiges voraus.

Eric Arc Elliot – O.M.G.

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fashawngrizzlycity3

Aus der Zeit bevor Fashawn außerhalb von Fresno irgendeiner kannte – meines Wissens ca. 2006 – stammt die “Grizzly City” Mixtape-Reihe, deren dritten Teil er jetzt fortsetzt, nach einigen Zwischenstationen vor und nach dem Album “Boy Meets World” – zuletzt das Nas-Tribute-TapeOde to Illmatic“. Zu hören gibt es 18 brandneue Tracks, mit Features von Lil’Wayne (Ja, tatsächlich mit Lil’Wayne), The Jacka und einer Menge unbekannterer Rapper wie Bravo, Dirty Money, Grafik u.a., mit Beats von Exile, DJ Babu, Needlz und einer Menge mir unbekannter Produzenten und einem Mix / Hosting von DJ Skee. Fashawn habe ich hier schon oft genug gelobt und an seinem Raptalent, seiner charmanten Art, aus einfachen Begebenheiten gute Storytelling Tracks zu machen, besteht kein Zweifel, deshalb beschränke ich mich auf Veränderungen zum gewohnten Soundbild. Wer nach den letzten beiden Releases ausschließlich entspannten Boombap erwartet wird enttäuscht werden. Fashawn nimmt sich verschiedenste Unterlagen vor chartstaugliche Synthie-Beats, Rock-Röhren, ange-G-Funk-te Westcoast Ware, Reggae-Riddims, schlicht alles was die Beatkiste hergibt – Mixtape-Stylee eben. Nach erstem Durchskippen mal wieder ein sehr fresher Eindruck, freue mich das Tape mit Zeit und Muse durchzuhören.

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kooleyhigheasternstandardtime

Die Mixtapesammelstelle ist übrigens mit dem ersten Posting in diesem Monat, ohne es zu merken, zwei Jahre alt geworden, auch wenn das letzte halbe Jahr sehr dürftig war, hoffe ich wenigstens rudimentär noch ein paar Jahre durchzuhalten. Passend dazu gibt es heute einige Tapes von Sammelstellen Protagonisten der letzten zwei Jahre, die mir nachdrücklich in Erinnerung geblieben sind. Wie z.B. die Kombo Kooley High, die auf ihrem DebütKooley is high“, den De La Soul Vide wiederbelebten. Im letzten Monat haben die Boombap-Addictives ihr neues Mixtape gedroppt, mit Verstärkung von HaLo und Median. Wieder erwartet einen ein höchst entspanntes Tape, das den 90er Vibe derart gekonnt ins hier und jetzt befördert, dass man nicht merkt, dass seit dem bald 20 Jahre vergangen sind. Weder Charlie Smarts, Rapsody noch Tab One sind Rapper die einen mit umwerfender Technik oder nie da gewesen Flows beeindrucken, dafür mit charmanter Attitüde und Humor zu punkten wissen. Den Überraschungsmoment haben die Jungs zwar nicht mehr auf ihrer Seite, der erste Eindruck ist dennoch nachwievor sehr positiv.

Kooley High – Ya Time’s Up

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stikfigadwillalivenwell

Wo ich schon mal dabei bin, kann ich noch loswerden, was hier in offenen Tabs vor sich hin schimmelt. Der noch recht unbekannte MC Stik Figa ist mir bereits mehrfach positiv aufgefallen, zu letzt auf einem der besten Tracks von Apollo Browns “The Reset”, zu erst auf dem vorigen gemeinsamen Mixtape mit Produzent D/Will mit dem er sich auch für dieses Projekt wieder zusammen getan hat. Stik Figa hat eigentlich alles was ein MC braucht, Delivery, Technik und eine Bildsprache, die seine Texte positiv aus der Masse herausheben. D/Will überzeugte ebenfalls auf dem letzten Tape mit seinen treibenden Sample Beats. Dieses mal sind sie etwas entspannter, leider auch – wie die gesamte Tonqualität des Tapes – etwas dumpfer ausgefallen, so dass es dem Mixtape etwas an Dynamik mangelt, auch Stik Figa trotz geringster handwerklicher Schwächen glänzt nicht gerade mit einem super variabelen Flow . Trotzdem durchaus hörenswert das Ganze. Ich bin sehr gespannt auf das angekündigte gemeinsame Mixtape mit Oddisee.

Stik Figa & D/WILL – The Down

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apollobrowntheresetinstrumentals

Über den Zustand dieses Blogs verliere ich keine Worte mehr, es tut mir Leid, aber Faulheit siegt.

Dieses Jahr war, was ordentliche US-Releases angeht ziemlich dünn besetzt. Strong Arm Steady – okay, aber nicht mehr -, Guilty Simpson – war auch schon besser -, Curren$y – eines der wenigen Highlights -. Weitgehend unbemerkt hat während dessen der Detroiter Produzent Apollo Brown sein Album “The Reset” veröffentlicht, dass Verses von Big Pooh, Black Milk, Kenn Starr, Oddisee, Sareem Poems, Stik Figa, John Robinson, Buff1, Med, yU, Finale und vielen anderen featured. Einer der wenigen Lichtblicke – “Marcberg” konnte mich nicht überzeugen, ins Shad Album muss ich noch reinhören – für den bodenständigen Boombap Fan. Apollo Browns Instrumentals, mit ihren rohen Samples, scheppernden Drums und dem insgesamt eher warmen Sound, erinnern eher an Washington, denn an die brettharten Instrumentals der Detroit Schule. Für mich einer der Geheimtipps des bisherigen Jahres und vielleicht bewegen die Instrumentals den ein oder anderen mal reinzuhören in “The Reset”, wäre schön.

Diamond District – The Streets won’t let me chill (Apollo Brown Remix / Instrumental)

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oddiseewestcoastbeats

Dieser Oddisee kann es nicht lassen. Die Jahreszeiten Serie ist kaum eingestellt, da liefert er acuh schon das nächste kostenlose Beat Tape ab. Dieses mal nicht nur um seiner selbst willen, sondern weil ab heute das gemeinsame Album mit dem Westcoast MC Trek Life zu kaufen ist, dessen erstes Album er bereits vollständig geremixt hat. Die Juice merkte in ihrem Review kritisch an, dass seine Produktionen auf “Everything Changed Nothing” teilweise im Mittelmaß stecken blieben. Das konnte ich mir nicht wirklich vorstellen, aber diese an g-funkten “West Coast Beats” sind tatsächlich nicht von der Virtuosität, die ich sonst so bewundere. Klar die Drums sind immer noch fresh und unquantisiert aber auf die Synthies und Claps komme ich nur schwer zurecht, bei Tracks wie “Glamour” geht das dreckige, scheppernde Oddisee-Feeling sogar völlig verloren und das Gequatsche von Host Trek Life trägt nicht gerade zum Hörgenuss bei. Nichtsdestotrotz an neuem Oddisee Material sollte man nicht ungehört vorbei gehen, aber wirklich zu fesseln vermag mich das nach dem ersten Eindruck größtenteils nicht.

Oddisee – Everything Changed Nothing Instrumental hosted by Trek Life

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exileradiobonus

Dafür bewege ich mich sogar kurzfristig aus meiner akuten Sammelstellen-Unmotivation – wer auf Blogpostings von mir nicht verzichten kann, sollte beim Splash-Mag vorbei schauen. Der Kalifornische Produzent Exile hat im letzten Jahr sein Radio Projekt veröffentlicht, bei dem er verschiedenste Radio Geräusche – Musik aller Art, Werbung, Wortbeiträge, Störgeräusche – als Samples benutzte und zu Beats verarbeitete. Das Ergebnis war sicher weit davon entfernt so harmonisch und smooth wie seine Beats für Blu, Blame One oder Fashawn zu sein, dafür hat er ganz nebenbei bewiesen, das Hip Hop natürlich auch Kunst ist, ganz ohne Frage. Nun veröffentlicht er kostenlos eine Remix / Bonus Version des Albums, auf dem einige bisher unveröffentlichte Radio Cuts, aber auch einige Remixes z.B. von Marco Polo, Kan Kick oder DJ Rhettmatic zu hören sind. Einige Features gibt es noch dazu, Torae & Rustee Juxx, Von Pea, Donwill und andere.

Exile - In Love (Kan Kick Remix)

Exile - OPERAtor Radio (Radio Reject – Bonus Cut)

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